Shanty Festival mit erstmaliger Premiere

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Das Festival der Shantychöre feierte nicht nur einen Rekord, vielmehr auch die Premiere das erstmalig keine Unwetter angekündigt gewesen waren. Für die Aufnahme ins Guinness-World-Records-Buch reichte es nicht, lediglich die Aufnahme ins Buch der Rekorde, was auch immer das sein mag, konnte erreicht werden.

Travemünde  – Mehr Schein als Sein, das ist in Travemünde ja nichts Außergewöhnliches, dennoch kann man dem Veranstalter ja nichts Böswilliges unterstellen. Immerhin hat Wolfgang Howestädt das Festival alleine geplant, aufgestellt und durchfinanziert. Er hat auch nicht veröffentlicht, dass es nicht um einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde handelte, er hat es aber auch nicht dementiert, was da so durch die Presse zirkelte. Nun hat Travemünde ja das Problem, das man überall Honig an die Wände schmiert, jedoch die Veranstaltungen, die in der Saison dargebracht werden, ein kleiner Hauch von gar nichts sind. Die Zahlen belegen ja, das dieser Teil der Stadt Lübeck eine touristische Rückentwicklung erlebt. Während in den anderen Ostsee-Orten eine Zunahme stattfindet, bleibt Travemünde weit unter seinen Möglichkeiten und vonseiten der Stadt will man diesen Ergebnissen, so wie das aussieht ja auch gar nicht entgegenwirken. 

Tohuwabohu

Fehlinformation Shanty Festival
Ein kleiner Hinweis hätte genügt um einigen Zuschauern eine Enttäuschung zu ersparen.

Da gab es doch viele Menschen, die sich vor den Bühnen versammelt haben und sich darauf freuten, dass das gemeinsame Singen um 14:00 Uhr stattfinden soll. An den Bühnen war das ja auch vermerkt, nur wo das Ganze zelebriert wird, stand dort nicht. Man hätte dazuschreiben können, dass die Veranstaltung an den Promenade Terrassen stattfinden wird, dann wären manche Zuschauer nicht so ganz im Regen , der an diesem Wochenende nicht stattfand, gestanden. Einige zeigten sich enttäuscht, die Krone des Ganzen setzte das Info Zelt dieser Unklarheit auf, man bekam einfach keine Antwort. „Irgendwo dahinten“ das reicht nicht, ein Organisationsmangel hinterlässt einen schalen Beigeschmack.

Alle 3 Tage gleich im Verlauf

Am Mittag und am Nachmittag flanierten viele Menschen durch Travemünde, bleiben kurz an den Festival Bühnen stehen und gingen dann weiter. Auch Wolfgang Howestädt nutzt die Möglichkeit der Wegführung und der Verengung. Verengte Wege und eine Wegführung suggerieren eine Vielzahl an Besuchern, die es eigentlich gar nicht gibt. Auch hier ist mehr Schein im Nutzen, damit man hinterher über einen grandiosen Erfolg sprechen kann. Das ist allerdings inzwischen so auffällig, das sich so mancher mit einem Kopfschütteln schnell wieder anderen Dingen zuwendet. Bereits am frühen Nachmittag war es problemlos möglich auf dem Leuchtenfeld einen Parkplatz zu bekommen und etwa ab 20:00 Uhr lichteten sich die Reihen deutlich. Bis etwa 22:00 Uhr war dann in Travemünde in der Vorderreihe, auf der Promenade und auch auf dem Festival Gelände für einen Tourismus Ort viel zu wenig los und die Geisterstunde setzt in Travemünde bekanntlich schon ab 22:30 ein. In der Wertung blieb das Shanty Festival weit unter seinen Möglichkeiten.

Kompression

So ein Shanty Festival soll ja viel an Musik bieten. Hat es auch, jedoch die kleinen Nebenakzente, fanden nicht statt. Um ein größeres Publikum zu erreichen, muss schon mehr kommen als nur Musik von alten Männern und Frauen. Die Veranstaltung ist bestimmt nicht schlecht und hat ein ungeheures Potenzial, doch sind es die kleinen Dinge, die einfach vergessen werden. Marketing Instrumente kann man so nicht schaffen und es bleibt, was es ist, ein Gesangsfestival für eine bestimmte und sehr kleine Zielgruppe. Auf Nachfrage bei den Ausstellern und gastronomischen Angeboten kam im Durchschnitt auch keine Freude auf.

Bunter Markt

Es war wie ein Jahrmarkt, vor allem Gürtel, Taschen und anderer Nippes wurde feilgeboten. Es wirkte ein wenig aufgebohrt und es ist zu viel an Ramsch, so einige Zuschauer. Preislich im mittleren Segment die Gastropreise. Frikadelle im Brötchen noch für 3 € zu haben mag funktionieren, doch eine Krakauer für 4,50 € nicht. Pommes für 3 € aber die Currywurst mit Pommes für 6,50 €. Sicherlich müssen die Marktbeschicker das verlangen, damit die Standmieten dabei herauskommen doch eine Freude machte man sich damit nicht.

Schändlich

Kaum war die Veranstaltung beendet ging der Showdown zwischen Travemünde Aktuell und der Veranstalter Homepage los. Diese öffentliche Gezoffe, um eine Veranstaltung, die mit viel Liebe aber wenig Fachverständnis durchgeführt worden ist, offenbart die Situation in Travemünde. Wir haben das verlinkt und nun steht wieder ein großer Fauxpas in den Medien und genau das tut dem Veranstalter nicht gut, dem Anzeigenmagazin auch nicht und insbesondere tut es dem Ort nicht gut. Es wäre eine gute Sache, wenn die Akteure unter der Moderation der LTM mal zusammensitzen, solche Begebenheiten vorher auszuklammern und dann gemeinsam eine Presse Erklärung für Veranstaltungen in Travemünde zu veröffentlichen. Das wäre die Aufgabe des Stadtmarketings und man könnte erwarten, dass die Stadtverwaltung hier endlich einmal Stellung bezieht und die Dinge für Travemünde ins Positive rückt. Auch der eigenwillige Internet Auftritt und ein Verweigern gegenüber den Presseorganen bedarf einer Anpassung.

Wiederholung?

Ja, bitte, doch unter Einbeziehung zusätzlicher Aspekte und mehr durchdachter Marketing Strategien. Für eine bestimmte Zielgruppe, in den sozialen Medien häufig als Ü-70 Party bezeichnet, war das Festival eine schöne Sache. Will man dem Argument „hätte ich gewusst, was hier abgeht, dann wäre ich nach Scharbeutz gefahren“ entgehen, sollte man umdenken. Es gibt in Travemünde viele Menschen, die ihr Know-How dazu beitragen wollten, insbesondere die örtlichen Vereine sollten viel mehr Teilnahme an solchen Veranstaltung erhalten, dann wird es bestimmt eine runde Sache. Das Potenzial ist ja vorhanden und es ist gar nicht mal viel, was man an den Veranstaltungskonzepten verändern muss. Auch an die Generationen denken. Von der Zielgruppe Kids über junge Eltern und ein Marketing für 45-55 jährige mit einbinden, dann geht was. Wolfgang Howestädt hat ja die Kontakte und so könnte zwischen der Shanty-Musik auch mal ein Kindertheater oder Kleinkunst mit dargebracht werden. In den Abendstunden auch mal ein Pop Konzert oder außergewöhnliche Darbietungen anbieten, dann soll es auch in 2019 wieder gelingen, für Travemünde etwas herauszukristallisieren, was nur wir haben.

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