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Mittwoch, 16 Juni 2021

Karstadt – Kaum Fortführungsperspektive für Lübeck

Panorama

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) schließt nach Zugeständnissen von Vermietern nun sechs Filialen weniger als ursprünglich geplant! Lübeck ist jedoch nicht dabei.

Weiterhin gehört Lübeck zu den 56 Standorten die geschlossen werden müssen. Erst vor zwei Wochen hatte der Handelsriese die Schließung von insgesamt 62 Filialen in 47 Städten angekündigt. Der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz betonte damals: „Dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden.“ Wenig später wurde bekannt, dass der Konzern auch 20 von 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports und bis zu 24 Filialen von Karstadt Feinkost schließen will.

Soziodemographische Standortnachteile

Internet, dazu noch die Corona-Krise und letztendlich die dem Markt geschuldete Überführung von Geschäftszentren in urbane Wohnviertel sorgen für die Abnahme von nicht mehr benötigten Verkaufsflächen. Shoppen gehen wird am Abend am PC oder mit dem Handy vorgenommen und mit Maske (Mund und Nasenschutz) bringt das Stöbern im Warenhaus wenig Spaß. In Lübeck kommt hinzu das die Beruhigung der Stadt hinsichtlich Verkehr und Erlebnisgastronomie einen großen Teil dazu beiträgt, dass die Stadt schläft. Die Lübecker:innen müssen sich diesem Problem stellen. Entweder will man die “Ruhe” oder gute Möglichkeiten zum Einkaufen. Beides ist bisher nicht realisierbar, was man in den vergangenen Monaten gut sehen konnte. Sowohl in der Diskussion als auch in der Umsetzung hat Lübeck diesbezüglich große Defizite.

Mittlerweile hat das Amtsgericht Essen hat das Insolvenzverfahren über das GKK eröffnet. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Frank Kebekus bestellt, der bereits an Plänen zur Sanierung der kriselnden Kette beteiligt war.

War es das mit dem Warenhaus als fester Bestandteil nahezu jeder deutschen Innenstadt? „Dann gehen wir eben mal zu Karstadt oder Kaufhof.“ Diese Aussage wird man angesichts der Schließung von 62 der 172 Standorte von Galerie Karstadt Kaufhof GKK wohl nicht mehr so häufig in den hiesigen Einkaufszonen hören. Lesen Sie hierzu eine interessante Meinung der Branchen Journalistin Antje Hepmann

Immobilien gehören der Highstreet Holding

Im Jahre 2006 hatte Thomas Middelhoff, der damalige Chef des früheren Mutterkonzerns Arcandor, die Immobilien an das Highstreet-Konsortium verkauft. Der Deutschen Bank / RREEF gehören 49 %, 51 % gehören Goldmann Sachs/Whitehall. Hier wird es schwierig werden in Verhandlungen nach Lösungen zu suchen, diese Firmen sind lediglich auf Gewinnmaximierung ausgelegt, doch die Zeiten in denen die Brötchen kleiner werden, beginnen gerade. Als Folge der Corona-Krise werden wir vermutlich noch viele weitere unschöne Dinge in den kommenden Monaten erleben dürfen.

Viel Solidarität bei den Lübecker:innen

Für Lübeck bedeutet das auch gut 150 Menschen ihre Arbeit verlieren werden. Alternativen sind nicht greifbar und so geht in Lübeck ein weiteres Unternehmen in die Zeit. Obgleich viel Solidarität mit den Karstadt Mitarbeitern besteht, müssen sich die Lübecker jedoch überlegen, wohin die Reise der Stadt gehen soll. Urbanes Wohnen in Ruhe oder geschäftige Stadt des Handels?

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