Gosch oder nicht – Die große Frage in Travemünde

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Travewiesen in Travemünde
Kleine und große Wellen im Seebad Travemünde. Die Bebauung der Travewiesen ein Streitthema ? Eigentlich nein, es besteht kaum ein Grund dieses Thema im Fokus zu halten.

Die Bebauung der Travewiesen sorgt für eine skurrile Diskussion

Travemünde – Viel zu lesen und viel gehört, die Gerüchteküche brodelt. Während sich die Politiker des Ortes nun wie die Haifische auf den Gestaltungsbeirat stürzen und mit Pressemitteilungen eine Verhinderung der Bebauung herausschreien und auch andere Leuchttürme im Ort ein SOS funken, das in Travemünde nicht viel geht, weil es ja den Gestaltungsbeirat gibt und dieser eine unheimliche Macht besitzen soll, gibt es die leisen Stimmen, die diesem Gremium zuhören.

Eigentlich war uns Gosch keinen Artikel wert, doch je mehr Spökenkiekerei veröffentlicht wird, wollen wir still und leise dagegenhalten und haben dazu das Presseamt Lübeck gebeten, die getroffenen Aussagen des Gestaltungsbeirates aufzuarbeiten, damit wir diese Argumente wenigstens zur Diskussion stellen können.

Die große Frage

Ist der Gestaltungsbeirat gegen eine Bebauung? Nein, ist er nicht. Valessa Glisovic die
stellvertretende Pressesprecherin der Hansestadt Lübeck hat dazu ausgeführt:

Der Gestaltungsbeirat hat keinesfalls eine bestimmte Gastronomie abgelehnt, sondern sich kritisch gegenüber der Bildung von Gebäudegruppen geäußert.

Das gastronomische Angebot entlang der Travepromenade ist derzeit bis auf das Restaurant „Marina“ von Pavillons geprägt. Ein Neubau unmittelbar neben dem Restaurant entspricht nicht dem Leitbild von „Einzelgebäuden auf der Wiese“. Es ist daher kein geeigneter Standort. Ziel der Verwaltung ist, drei zusätzliche ganzjährige Gastronomieangebote im Verlauf der Travepromenade zu ermöglichen. Hierfür sollen die drei vorhandenen Pavillons künftig durch größere Neubauten ersetzt werden.

Der vom Gestaltungsbeirat empfohlene Realisierungswettbewerb für diese drei Neubauten auf den Travewiesen wird nunmehr vorbereitet. Dieser soll in seinem landschaftsplanerischen Teil auch dazu beitragen, die Flächenansprüche der Außengastronomie und den Hochwasserschutz mit dem angestrebten Bild der „Schuppen auf der Wiese“ in Einklang zu bringen.

Klingt doch ausgewogen, was der Gestaltungsbeirat in seiner Sitzung vom 16.November 2017 beraten hat.

Weiter gilt es doch die Travewiesen, einer venünftigen und respektablen Verwendung zuzuführen, damit sich das Seebad Travemünde positiv weiterentwickeln kann.

Dazu Valessa Glisovic : Die Uferbereiche Travemündes sind abschnittsweise jeweils eigenständig charakterisiert: die Strandpromenade, die Travewiesen, die Vorderreihe und schließlich der Fischereihafen sowie gegenüberliegend der Priwall. In dieser  Unterschiedlichkeit wird eine besondere Qualität gesehen. Ziel der weiteren Entwicklungen ist die jeweilige Prägnanz und Eigenständigkeit weiter zu stärken.

Die Travepromenade befindet sich zwischen der „Vorderreihe“ als urbane Flaniermeile mit Blick auf die Trave und der „Strandpromenade“ entlang der Ostsee. Die Landseite der Travepromenade ist geprägt durch die Travewiesen, welche bis auf wenige Solitäre frei von Bebauung sind.

Die Travewiesen bilden den Auftakt der Grünflächen, die sich über das Leuchtenfeld und den Zippelpark bis zum Kalvarienberg fortsetzen und eine „grüne Fuge“ zwischen den bebauten Bereichen der Travemünder Altstadt und dem Zentralen Kurgebiet bilden.

Ziel ist die beiden bebauten Bereichen in ihrer räumlichen Eigenständigkeit zu belassen und kein Zusammenwachsen zu ermöglichen – der Erhalt dieser Zäsur ist somit zentrales Element. Unterstützend kommt hinzu, dass die Wiesen während der Travemünder Woche als Lagerplatz für Trailer dienen sowie als Überschwemmungsbereich bei Hochwasser fungieren.

Auch der „Masterplan Zentrales Kurgebiet / Travepromenade“ von 2010 sowie das „Stadtteilentwicklungskonzept Travemünde“ von 2012 sehen vor, die Travewiesen in die Planungen des Landschaftsparks einzubeziehen und von weiterer Bebauung freizuhalten. Der Gestaltungeirat hat dieses aufgenommen. Das übergeordnete Ziel ist, den Charakter der Wiese zu erhalten. Möglich ist eine Bebauung mit wenigen frei stehenden Gebäuden, die sich in ihrer Höhe, Ausrichtung und Breite am Charakter des historischen Rettungsschuppen orientieren. Das Leitbild sind somit wenige schmale, längliche Neubauten, die frei auf der Wiese stehen. Eine Gruppieren von Bauten soll nicht erfolgen.

Gosch oder nicht Gosch ist im Grunde genommen egal, es kann ja auch ein MC Donalds werden oder Henry Wal´s Grätenküche. Was auch immer dorthinkommt, es wird dem Stadtteil der Hansestadt Lübeck gut tun, denn es können sich in der touristischen Entwicklung Vorteile gegenüber der konkurrierenden Seebädern ergeben, denn in den Gastronomieküchen stehen die kleinen Töpfe, während draußen die dicken Pötte vorbeifahren. Kommen nun noch Traditionsschiffe und vielleicht zur Travemünder Woche packende Match Races der Segler hinzu, ist Travemünde wieder TOP.

 

1 KOMMENTAR

  1. Zu diesem Thema gab es einen Workshop mit Bürgerbeteiligung, mit einer ausführlichen Dokumentation die ich ausgewertet habe.
    Es gab 348 posts mit Vorschlägen. Davon betrafen 11 Freie Sicht und Grün erhalten, 10 einen allgemeinen Wunsch nach Gastronomie. Beim Thema“Was soll das gastronomische Angebot bieten?” gab es 25 posts. Lediglich 8 posts befaßten sich mit dem gastronomischen Angebot im Sinne von Essen und Trinken. Auf 17 posts sind allgem. Wünsche notiert wie Liegestühle, Funktionsfläche, Beleuchtung, Kinderfreundlich usw.. Es existiert bei keinem Thema insgesamt ein post von Bürgern der verlangt ein Gebäude auf die Tornadowiese zu stellen, welches ganzjährige Gastronomie bietet. Das Gebäude ist eine Vorgabe des Wirtschaftsausschusses um eine “Erlebnis”gastronomie auf die Tornadowiese zu stellen. Das Gebäude war im zu diskutierenden Plan bereits enthalten. Am Traveufer gibt es z.Zt. 10 Gastronomiebetriebe mit Ganzjahresangebot und Sitzen direkt am Wasser, !
    Die Politik spannt die suggerierte Meinung der Bürger vor ihren eigenen Karren. Das ist “Politik über die Köpfe der Bürger hinweg”, davon gibt es in Lübeck bereits zuviel.
    Der Gestaltungsbeirat hat mit seinem Nein an das Gesamtbild Travemündes gedacht, mit seinen Sichtachsen und freien Blicken aufs Wasser

    Der Travemünder Kurdirektor sagte zu dem Thema: “Betten allein sind nicht genug, es muss auch etwas geboten werden” Merkwürdig: seit 2009 weiß man in der KV, dass in absehbarer Zeit tausende Betten in Travemünde entstehen und jetzt hat man erkannt “wir müssen was tun”. Alle Achtung ! Oder hatte der Kurdirektor bisher in Lübeck kein Gehör gefunden ? Heino Haase

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