Facebook – Privater Fahndungsaufruf

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Facebook - Privater Fahndungsaufruf
Kein Aufruf der Polizei, nein ein privater Fahndunsaufruf geisterte am Neujahrstag durch das soziale Netzwerk Facebook.

Das neue Jahr ist kaum 2 Stunden alt und wir werden wieder mit Nachrichten, die keiner sehen will, überrollt.

Ratekau– In Sereetz zusammengeschlagen, natürlich war es wieder ein syrisch-arabisch aussehender Mann, der diese Tat begangen haben soll. Ein privates Posting löste eine virale Kette aus, in kurzer Zeit teilten gut 20.000 Facebook Nutzer diesen Beitrag.

So unglaublich das auch klingt, die Polizei hat davon erst auf Anfrage Kenntnis erhalten. Es wurde im sozialen Netzwerk nicht darüber geredet, dass die Polizei eingeschaltet ist, sondern nur um ein Foto gebeten, welches den angeblichen Täter zeigen soll.

Ein solcher Aufruf wird Konsequenzen haben, denn es handelt sich um einen privaten Fahndungsaufruf. Facebook-Nutzer spielen gerne Ermittler und befinden sich dadurch auf sehr dünnen Eis, denn private Fahndungsaufrufe bei Facebook können schnell Straftatbestände erfüllen oder nach sich ziehen. Insbesondere die Antworten und Kommentare zu diesem Beitrag zeigen die ganze Entsetzlichkeit, die das (a)soziale Netzwerk zu bieten hat. Nicht alle Menschen schlugen die Linie des Hasses ein, es gibt auch Nutzer die sich im Netz verhalten können. Doch auch die Rede von anzünden und weitere Ekelhaftigkeiten wurden anschließend als Kommentar unter das Foto gehämmert.

Auf telefonische Anfrage bei der Pressestelle der Polizei bekamen wir die Antwort, dass es zu diesem Posting ein erhöhtes Anfrageaufkommen gibt. Eine Antwort wird von offizieller Seite noch im Laufe des Tages erwartet.

Wir haben das am gestrigen Abend zu MIMIKAMA eskaliert und der Verein zur Aufklärung von Internet Mißbrauch hat bereits einen Artikel darüber verfasst.

Mehrere Nutzer haben das Profil, von welchem das Posting stammt zu Facebook weitergeleitet und der Internet Konzern sah in diesem Posting keinen Verstoß gegen die Richtlinien. Vermutlich war das ein Robot, der diese Anmerkungen bearbeitet hat. Ein solcher Post verstößt eindeutig gegen geltendes Recht, zum Glück ist Facebook zurzeit nicht der aktuelle Gesetzgeber.

Wenn sich im Laufe des Tages weitere Informationen ergeben werden wir diesen Bericht ergänzen.

Aktuell hat sich ergeben, das sich diese Tat tatsächlich in Sereetz ereignet hat. Weiter wird dazu ausgeführt:

Im Zusammenhang mit dieser Tat ist es zu einem privaten Aufruf über soziale Medien gekommen, Täterhinweise direkt an die aufrufende Person zu senden. Dies ist natürlich mit dem Prinzip des Rechtstaats nicht vereinbar. Die Polizei weist darauf hin, dass Ermittlungen aufgenommen worden sind und Hinweise auf einen Tatablauf und auf einen Täter nur an die Polizei weiterzugeben sind.

 

 

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