Chance oder Verlust für Travemünde – Tourismus im Fokus der Diskussion

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Travemünde - Priwall Kohlenhofspitze
Mit etwas Phantasie kann man sich vorstellen wie der Priwall zukünftig aussehen kann. Die Idee der Fotomontage kam von Heino Haase um zu verdeutlichen wieviel an Irrsinn auf dem Priwall installiert werden soll. Bildquelle: Heino Haase

Die neue Wähler*innen Initiative die Unabhängigen hatte zum Stadtgespräch ins Restaurant Marina in Travemünde eingeladen

Der Tourismus in Travemünde wird und muss sich verändern

Travemünde – zum Stadtgespräch ins Restaurant Marina hatten geladen, Heino Haase (Wahlkreis 25) und Willi Altenburg (Wahlkreis 24). Mit 4 Referenten, welche bisher in Travemünde wenig gehört worden sind, traten die Unabhängigen zu der Veranstaltung Stadtgespräch, welches noch fortgesetzt werden soll, in Travemünde vor die Bürger und diskutierten über die wirtschaftlichen Belange im Ort.

Wenn auch bei der für die Veranstaltung benötigte Ruhe fehlte, traten wesentliche Aspekte für einen gesunden Tourismus hervor. Die Unabhängigen sind eben politisch noch junge Pflanzen, doch die ersten Sprösslinge zeigen deutlich die Zielsetzung der Wähler*innen Initiative. Man möge es auch den Referenten nachsehen, das aus 3 Minuten Redezeit in etwa 30 Minuten geworden sind. Das machte den Abend sehr lang und es ist den Umständen geschuldet. Viel hat sich aufgestaut und vieles ist noch nicht abgearbeitet.

Der Tenor ist wie üblich das die Entscheidungsträger in Lübeck, es lange Jahre versäumt haben den Travemündern zuzuhören und die Planungen immer nur selektiv angegangen wurden, ohne das große Ganze mit einzubeziehen. Aus diesem Stückwerk hat sich Travemünde entwickelt und der jetzige Status bietet nur wenige Möglichkeiten, den Tourismus-Standort zu bewerben und weiterzuentwickeln.

Jasmine Abbe
Jasmine Abbe – Villa Wellenrausch

Doch es herrscht Aufbruchstimmung und die Chancen stehen nicht schlecht. So haben die Gäste der Referentin Jasmine Abbe, die die Villa Wellenrausch betreibt, immer das Gefühl, das sie wiederkommen wollen, wenn sie gehen. Ihren Angaben nach bedient sie eine Zielgruppe, die sich bisher in Travemünde nicht so häufig wiederfindet. Allerdings sind diese Umstände in der Werbung für den Ort ja durchaus änderbar.

 

Klaus Lemke
Klaus Lemke – Alteingesessener Travemünder

Klaus Lemke war bei seiner Einschätzung der Situation sehr realistisch. Bezogen auf die Verkehrssituation bemängelte er die Planung, die seinen Ausführungen nach nicht ganzheitlich für den Ort abgewogen wurde. Hieraus ergeben sich zukünftig Defizite, die der Ort zu spüren bekommen wird. Klaus Lemke sieht ebenfalls die Hafenentwicklung skeptisch. Er bemängelt er das die Hafenentwicklung gegenüber der Tourismusentwicklung zurücksteht, ein Fehler, welcher noch korrigierbar ist. Doch muss auch auf diesen wichtigen Aspekt mehr Aufmerksamkeit gelegt werden. Ebenso von erheblicher Bedeutung sind die Priwall Fähren. Beim Einsatz von 3 Fähren dümpelt eine davon immer auf der Trave herum, weil die Anleger blockiert sind. Wenn zukünftig so viele Gäste mehr auf dem Priwall ihren Urlaub verbringen, kann der geregelte Verkehr nur durch durchdachte Konzepte und möglicherweise durch einen Anleger mehr gewährleistet werden.

Frau Rosenward, die auf dem Priwall lebt, äußerte ihre Bedenken hinsichtlich des Naturschutzes und wies auf die Folgen hin, die aus einer Totalbebauung des Priwalls entstehen können. Die Bäume auf dem Priwall sind nicht nur grün und schön anzuschauen, diese erfüllen auch einen wichtigen Zweck. Wenn keine Bäume mehr da sind, wird der Priwall zur Sand Düne und falls dann mal zufällig ein etwas größeres Hochwasser kommen sollte, geschehen Ereignisse, die vielleicht so noch nicht abzusehen waren.

Marlen Winkler
Marlen Winkler – Beisitzerin des Vorstandes der TWG Travemünde

Die TWG – Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft ist in Aufbruchstimmung. Marlen Winkler, die Beisitzerin des Vorstandes ist und die Tourismus Agentur ProTourist betreibt, ist in Sachen Tourismus vom Fach. Und sie ist ganz nah dran, am Thema Travemünde, vielleicht viel näher als die LTM, die ja ganz Lübeck zu bewerben hat. Sie sieht darin Unterschiede, denn Travemünde ist etwas völlig anderes als die Stadtmitte Lübecks. Sie wünscht sich auch mehr Reflexion auf Ostsee und Strand, denn das ist schließlich das was in Travemünde an die Gäste verkauft werden soll. Auch die TWG sieht, dass eine Anpassung der Verkehrssituation dringend erforderlich ist. Dabei muss jedoch ganzheitlich die Situation aufgenommen und abgearbeitet werden. Die TWG setzt zukünftig auf mehr Förderung des Tourismus-Standortes Travemünde und ist um Gemeinschaft bemüht, denn ein Ort oder eine Destination kann für Gäste nur liebenswert sein, wenn dieses Gefühl auch von den Einheimischen transportiert wird. Zu Lösungen P+R, Fähren und der Verkehrsentwicklung sehen sich die Mitglieder der TWG in der Pflicht, ihre Stimme zu erheben und signalisierten ferner auch die Bereitschaft an Ideen zur Finanzierung beizutragen. Auch die Ausrichtung des Ortes auf eine breitere Gesellschaftsschicht in der Werbung ist wünschenswert. Junge Leute werden die Gäste von morgen sein, diese Entwicklung darf man nicht verschlafen und entsprechende Angebote sind in einem Urlaubsort wünschenswert. Eine Ausrichtung auf junge Familien kann sich in der kommenden Zeit positiv auswirken. 

Für die Unabhängigen, die in Travemünde zuhörten, war der Abend informativ. Wenn der Wähler bei den Kommunalwahlen die Politik beauftragt, dann haben die Bürger auch ein Recht darauf das ihre Ansprüche gewahrt werden, dies ist das Ziel der Wähler*innen Initiative. Es ist ein Umdenken notwendig, denn die bisherige Situation ist das Resultat einer Politik, die den Bürgen in den vergangenen Jahren nicht zugehört hat. Hier wollen die Unabhängigen anders agieren und bitten um Auftrag des Wählers oder der Wählerinnen. Die Forderung nach einem Stadtteil Gremium für Travemünde steht hierbei an erster Stelle. Bürger sollen mitentscheiden dürfen wann, wofür, welches Geld aufgewendet wird.

Es werden weitere Stadtgespräche stattfinden, so kommt am 24. April um 19:00 Uhr, ebenfalls im Restaurant Marina der soziale Wohnungsbau auf den Tisch. Angesichts der Entwicklungen am Howingsbrook, Baggersand und Fischereihafen zeichnen sich weitere negative Entwicklungen ab, die dem Gemeinwohl und dem Arbeitsmarkt in Travemünde abträglich erscheinen. So sieht Willi Altenburg eine Austrocknung des Ortes in sozialen und kulturellen Fragen. Detlev Stolzenberg, der Vorsitzende der Unabhängigen mahnt zum Maßhalten bei einer weiteren Bebauung des Orts und Heino Haase sieht eine Chance für die Unabhängigen für den Stadtteil Travemünde eine treibende politische Kraft aufbauen zu können.

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