1942 – Palmarum – Der Tag danach

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Palmarum 1942 Lübeck
Unter dem Süderturm hinter einem schmiedeeisernen Gitter liegen zwei zerborstene Glocken. Sie stürzten in der Brandnacht zum Palmsonntag (Palmarum) 1942 aus 60 Metern herab.

Zum 76. Mal jährt sich in diesem März der Luftangriff auf Lübeck

Aus dem Namen Göring sollte Meier werden

Getönt hat der Reichsminister , „wenn auch nur ein einziges Flugzeug über Deutschland erscheine, will ich Meier heißen“. In der Nacht vom 28.März auf den 29.März (Palmsonntag oder Palmarum) erschienen die Bomber über Lübeck. Bis 2:58 Uhr hageln die Geschosse auf Lübeck herab, sie zerreisen Häuser, Autos und Menschen. 400 Tonnen Bomben werden über Lübeck abgelassen und sie treffen die Menschen, denn wichtige militärische Ziele gibt es in Lübeck kaum.

Aus Richtung Neustadt kommend schwebt der Bomberverband aus rund 250 Maschinen in Richtung Lübeck. Für die Piloten der Royal Air Force eine leichte Angelegenheit. Bei gutem Flugwetter und idealen Sichtbedingungen erledigten diese ihren Auftrag. Vom Dom bis zur Marienkirche zieht sich eine 300 Meter breite Schneise der Verwüstung. Hart getroffen sind außerdem das Altstadtviertel nördlich der Aegidienkirche und St. Lorenz westlich des Holstentors. Lübeck ist verwüstet. Dom und St. Petri, die Marienkirche, deren herabgestürzte Glocken bis heute unter dem Süderturm liegen. St. Aegidien kann im letzten Moment gerettet werden, von den großen Altstadtkirchen hat einzig St. Jakobi die Nacht unbeschadet überstanden. 11.000 Häuser sind beschädigt, 1468 Gebäude zerstört, auch das Buddenbrookhaus.

300 Menschen verlieren in dieser Nacht in Lübeck ihr Leben.

Der Angriff lief in drei Wellen ab und die Folgen waren verheerend. Die durch die Brandbomben verursachten Einzelfeuer entwickelten sich auf engem Raum rasch zu Großbränden und verursachten durch die sich entwickelnde Hitze einen Feuersturm, der von den größeren auf die kleineren Straßen übergriff. Der fortgesetzte Abwurf von Brandbomben ließ auch bereits gelöschte Brände wieder aufflammen, während Sprengbomben Fassaden zum Einsturz brachten und dadurch die Zugänge zu den getroffenen Vierteln und die Brandbekämpfung erschwerten. 

76 Jahre sind diese Ereignisse her, doch wir dürfen nicht müde werden daran zu erinnern. Nationalismus und ein einziger Wahnsinniger haben Deutschland in ein tiefes Chaos gestürzt. Millionen von Toten und die ganze Welt in Brand, hat sich tief in die Geschichtsbücher eingetragen.

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